(c) Oriol Mollo Manonelles

Lullaby – Augen zu. Die Kunst sich wieder zu fürchten /// von Yellow Buoy /// Dschungel Wien /// 11+ /// Theresa Luise Gindlstrasser ///

Ein Schlaflied ist ein Lied mit sich wiederholender Melodie. Es soll die in den Schlaf zu singenden in Sicherheit wiegen. In Sicherheit auch gegenüber dem möglicherweise drohenden Albtraum. Üblicherweise nehmen wir die Traumerscheinungen als gegebene hin und ersticken dann also vor Furcht. Die Performance „Lullaby – Augen zu. Die Kunst sich wieder zu fürchten“ von Yellow Buoy lässt ein solch filigranes Beieinander von beruhigendem Schlaflied und surrealen Albtraum-Elementen in einem mit weißen Vorhängen verhangenen Setting zueinander kommen.

Die drei Tänzerinnen, zwei Tänzer, eine Performerin und ein Musiker wiederholen visuell eingängige Sequenzen. Wenig Licht, viel weiß und Schattenspiel, die Geräusche von klirrenden Milchkannen und fallenden Koffern manchmal abrupt und also erschreckend einfallend ins sonstige monotone blind tapsende Wegbahnen der Tanzenden durch den Raum. Es wird in vielen Sprachen gesprochen, meist nicht auf Verständlichkeit hin, es entsteht durch die surreale Anordnung eine glaubhafte Atmosphäre von Traum. Und als so ein Traumgebilde bleibt die Performance auch ordentlich unzugänglich, kann von außen nur wie durch einen weißen Vorgang in seinen wiegenden Wiederholungen beobachtet werden.

Konzept, Regie, Choreografie: Jan Jakubal (CZ, AT) | Performance: Adriana Cubides (AT), András Déri (HU), Gat Goodovitch (ISL/AT), Jan Jakubal (CZ/AT), Kei Mimakiová (SK), Leonie Wahl (CH/AT) | Performance, Musik: Patrick Trotter (AT) | Ausstattung: Andrea Szakál (HU) | Kostüm: Veronika Susanna Harb (AT) | Animation: Rebecca Akoun (AT/FR) | Musik: Nicolás Spencer (CL/AT) | Lichtdesign: Martin Špetlík (CZ), Markus Schwarz (AT) | Produktion: Roma Hurey ROCONCEPT, Jan Jakubal YELLOW BUOY