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Des Kaisers neue Kleider /// nach dem Märchen von Hans Christian Andersen /// Theater Rabenhof in Kooperation mit dem Theater der Jugend /// 6+ /// Theresa Luise Gindlstrasser ///

Die Geschichte vom Kaiser und seinen neuen Kleidern, das ist eine Geschichte über Eitelkeit. Das Theater Rabenhof zeigt derzeit eine 80-minütige Fassung des Märchens von Hans Christian Andersen. In der Ankündigung steht: „für Kinder und Junggebliebene ab 6 Jahren“. Wobei sich die Aufmachung der Inszenierung eigentlich wirklich eher an die „Junggebliebenen“ wendet, denn an die „Kinder“. Laut und schnell geht es zu. Die Dialoge mit inklusive feinsinnigen Wortwitzen werden dem Publikum nur so um die Ohren geknallt. Da bleibt auch mal was auf der Strecke, nämlich das Verstehen von einzelnen Sätzen, und irgendwann auch die Puste. Also die geht aus. Weil: Atemlos und schrill zieht die Inszenierung ihrem ungewöhnlich fröhlichem Ende entgegen.

Roman Freigaßner-Hauser hat nicht nur den Text geschrieben, sondern auch noch inszeniert. Die Bühne von Dominique Wiesbauer kann vieles, kann neue Raumsituationen innerhalb von Sekunden entstehen lassen, kann Lichteffekte und viele Farben. Die Kostüme von Miriam Draxl suggerieren das Thema des Stücks, nämlich die Eitelkeit. Alles glänzt üppig und dekadent. Das ist ziemlich aufregend anzusehen. Das Ensemble, bestehend aus Saskia Klar, Okan Cömert, Bernhard Majcen und Michael Schusser spielt sich in die gegenseitige Atemlosigkeit hinein. Nur manchmal passieren Pausen zwischen Worten und können diese also wirken und verstanden werden. Trotz all der Schnelle und des Tumultes, sind es eben gerade die Schauspielenden, die an dieser Inszenierung begeistern. Die Eitelkeit ist eine feine Schauspielsache. Alle wiegen sich wie Pfauen und reizen den Klamauk bis zum Ende aus.

Buch und Regie: Roman Freigaßner-Hauser, Ausstattung: Dominique Wiesbauer, Kostüme: Miriam Draxl, Musik: Josch Russo. Mit: Saskia Klar, Okan Cömert, Bernhard Majcen, Michael Schusser.