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Glaube, Liebe, Glück /// von Theater foXXfire! /// Dschungel Wien /// 14+ /// Theresa Luise Gindlstrasser ///

Regisseur Richard Schmetterer warnt: Wer nicht angefasst werden will, solls beim Einlass sagen und wird in eine entsprechende Gruppe geteilt. Es gibt derer vier: Rot, Blau, Schwarz und Weiß. Gemeinsam mit Iris Schmid zeichnet Schmetterer verantwortlich für „Glaube, Liebe, Glück“, eine „partizipative Theaterperformance“ von Theater foXXfire!. Dauer: 120 bis 150 Minuten. Altersempfehlung: Ab 14.

Ich denke mir: Ach, das mit dem Anfassen, das wird schon nicht so schlimm. So weit gefehlt. In der roten Gruppe werfen wir uns für den Anfang einen Ball zu. Wir fangen, das sind unsere Reflexe, wird erklärt. Dann stürzen die Menschen aufeinander, es ist ein Spiel, und ziehen sich gegenseitig die Socken aus. Da gibt es ganz schön heftiges Anfassen.

Aber weiter geht’s: Der Kreis löst sich auf, das Publikum darf selbstständig durch die Räumlichkeiten schlendern. Ich stehe in einem Raum mit bunten Lampions und einer Malecke und einer Kabine in der Musik gehört werden kann. Alles lädt zum Spielen ein. In diesem Kontext erscheint eine andere Kabine etwas deplatziert. Nur zu zweien sollen wir da rein. Drinnen erfolgen per Bildschirm Handlungsanweisungen: Fährt einander durchs Haar. Nehmt euch an den Händen. Riecht aneinander. So von wegen anfassen.

Weiter geht’s: Ich betreten dunkle Höhlen und sitze auf Kunstrasen, spreche über Glück, Angst, Arbeit und noch so anderes vieles. Im nächsten Raum wird Tee serviert, ich soll jemandem ein Kompliment machen, das wurde mir von der Weltverbesserungsanstalt angetragen. Wir essen Brot und sprechen über Abtreibung. Ich gehe weiter. Ein schwarzer Raum. Musik ist die Sprachen des Herzens, wird mir erklärt. Dann der weiße Raum, ich wohne einem Ritual bei. Jemand liegt am Boden. Ich massiere ihre Waden. Wir sprechen über Entscheidungsfindungsprozesse. Auf der Toilette habe ich die Möglichkeit aufs Klopapier zu schreiben, was mich belastet und in den Kanal zu verschicken.

Am Ende kommt alles Publikum in einem großen Kreis zusammen. Es wird skandiert: Ich bin rücksichtsvoll! Hingebungsvoll! Wertvoll! Und: Wie wollen wir gelebt haben? Die riesengroß angelegte Theaterperformance „Glaube, Liebe, Glück“ versammelt verstreute Szenen höchst diversen, mal auch undurchdachten, meist partizipativen Inhalts zu einem spirituellen Erlebnispark.

Regie: Richard Schmetterer, Iris Schmid | DarstellerInnen: Ahmed Al-Taai, Sarah Bahmou, Judith Crow, Klemens Dellacher, Clara Diemling, Veronika Ficek, Julia Franye, Jennifer Groß, Fabian Hörting, Kira Koppandi, Joseph Lang, Kathi Mairinger, Ayla Mandoj, Mirjam Maschl, Benjamin Palme, Sofie Semrau | Bühne: Caroline Wiltschek | Kostüme: Katharina Kappert