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Ikarus oder Der Traum vom Fliegen /// von Erik Kaiel /// Dschungel Wien /// 6+ /// Theresa Luise Gindlstrasser ///

Exakt und exquisit. So reihen sich die kleinen Gesten aneinander. Die Tänzerin Maartje Pasman steht auf dunkler Bühne, neben sich einen Haufen orange leuchtender Schwimmwesten, irgendwo zwei Paddel. Dann Musik, dann wieder nicht. Gesprochen wird hier nur einmal, ein einziges Wort: „Mama!“. Dann nämlich, wenn Pasman die beiden anderen Performenden Lisa Bunderla und Rino Indiono schon aus dem Publikum auf die Bühne geholt hat und aus den spielerisch bedeutungslosen Gesten ein großer Ernst geworden ist.

Vorher tanzen die drei verträumt in einer Unterwasserwelt. Erst langsam ergibt sich ihr Zusammenhang als Familie. Wie geht fliegen? So geht fliegen! Aber alles artet zu einem Familiendrama aus, mit Angst und „Mama!“ inklusive. Die Assoziationen zur griechischen Mythologie bleiben vage, die viele Aufmerksamkeit der Performenden für- und zueinander hält das Stück jedoch zu einem zärtlichen Ganzen zusammen. Die Inszenierung von Erik Kaiel versteht sich auf einen Zusammenfluss von Bildern. Der Klamauk der Gesten wird kontrastiert von der Seriosität der Atmosphäre.

Inszenierung, Choreografie: Erik Kaiel | Ausstattung: Claire Blake | Dramaturgie: Julia Perschon | Regieassistenz: Klara Rabl | Licht: Stefan Enderle | TänzerInnen: Lisa Bunderla, Maartje Pasman, Rino Indiono