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Von der Mücke zum Elefanten /// VRUM Performing Arts Collective /// Dschungel Wien /// 4+ /// Timon Mikocki 

Eine bekannte Redewendung hat sich die Gruppe VRUM zum Titel ihres Tanzstücks gewählt. Es geht um Skalierungen, Aussichten, geistige und körperliche Größenverhältnisse und den Blick von Kleinwüchsigen, von unten und von oben, auf die Welt. Viel genauer lässt sich der Gegenstand nicht eingrenzen. Der vielversprechend beschwingte Mitmach-Anfang bieten einen niederschwelligen Eingang ins Stück. Es folgen schwer verständliche, aber engagiert vorgetragene Lieder und vor allem: Tanzeinlagen in allen möglichen Variationen. Zahlen, Größenmaße, Charakterseiten; alles lässt sich körperlich interpretieren; alles auch in räumlichen Verhältnissen und Konstellationen darstellen; zuhilfe kommt dem spielerischen Trio dabei die funktionale Bühne aus einem großen beweglichen und mehreren kleineren Kuben und jede Menge Tanzmusik. Durch Live-Projektionen können auch mikroskopischen Handlungen auf der Leinwand Bedeutung zugemessen werden. Der Einsatz der multimedialen Technik ist dann auch der größte Pluspunkt. Spätestens im letzten Drittel stellt sich Eintönigkeit ein, denn obwohl die Tänzer meist direkt das Publikum anspielen, geht das identifikatorische Engagement ins Leere. Es ist kein Konflikt erkenntlich, keine kongruenten Persönlichkeiten, kein Bogen, kein Ziel. Und ohne dramaturgische Entwicklung wird auch jedes kindliche Spiel irgendwann langweilig, das könnten die Erwachsenen wissen.

Die lange, in ihrer Sanftheit an den Anfang erinnernde Schlussszene zeigt den Weg eines Fingerpärchens durch die riesigen Stadtlandschaften; nebenbei loopt die Gruppe ihre eigenen Zukunftsträume und überlagert sie mit denen des zu Wortmeldungen eingeladenen Publikums. Das Stück bietet also assoziative Möglichkeitsräume, Bewegungsreichtum und nette Unterhaltung, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck.

Konzept, Regie: Sanja Frühwald, Till Frühwald; Komposition: Damir Šimunović; Ausstattung: Zdravka Ivandija Kirigin; Video: Davor Konjikušić; Licht: Marino Frankola; DarstellerInnen: Till Frühwald, Mirjam Klebel, Maria Teresa Tanzarella