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„Patchwork 2+2=1“ (TheaterFOXFIRE & Dschungel Wien) ///

Patchwork 2+2=1 /// Sarah Wimmer ///

Am Donnerstag, dem 17.März 2011 feierte die neue Produktion von Corinne Eckstein „Patchwork 2+2=1“ im Dschungel Wien Premiere. Ein Stück, das einen sehr hohen Aktualitätswert besitzt und das chaotische Aufeinandertreffen zweier Generationen aus unterschiedlichen Kulturen thematisiert. Bei dieser Konstellation ist ein turbulenter Alltag, der nicht frei von Problemen ist, bereits vorprogrammiert. Das Zusammenleben der Patchworkfamilie reflektiert sich auch auf dessen Inszenierung, die teilweise etwas planlos und chaotisch wirkt. Das ziellose Herumschieben der Plastikmöbel und Requisiten zieht sich meistens zu lange hin und wird zu oft in zu ähnlicher Weise wiederholt. Zudem gestaltet sich dieses ewige Umstellen der Bühnenausstattung als etwas störend und dadurch ist es schwierig, der Handlung folgen zu können. Deshalb fällt es dem Zuseher nicht leicht, das Ganze einzufangen, und es besteht die Gefahr, dass er ein wenig abschweift. Das Einspielen unterschiedlicher Musikstücke kann diese Nuance auch nicht auflockern. Das wiederholte Auftreten zahlreicher Szenen verzögert zudem den Handlungsfortschritt und deshalb zieht sich das Stück ein wenig, obwohl die Tanzeinlagen dem Ganzen halbwegs Schwung verleihen.

Die Erzählungen des 16-jährigen Matthieu sind die einzigen handlungsvorantreibenden Elemente, die dem Familienalltag etwas farbenfroher gestalten, denn die scheinbar aufheiternden Schilderungen des 8-jährigen Marc gehen aufgrund seiner etwas undeutlichen Sprechweise unter. Dies ist sehr schade, da das lebendige Wesen des Jungen großes Potenzial vorweisen würde, das es verdient hätte mehr ausgearbeitet zu werden. Allgemein hätte das Theaterstück stärker mit dem Konfliktpotenzial seiner Thematik umgehen können, um wiederholende Szenen zum Beispiel zu vermeiden und somit das Publikum stärker an das Bühnengeschehen zu binden.

Alles in allem bleibt zu sagen, dass das Konzept von „Patchwork 2+2=1“ sehr vielversprechend ist, jedoch zu wenig ausgearbeitet wurde und aus diesem Grund unterzugehen scheint. Starkes Potenzial zeichnet sich in den zwei Nachwuchsdarstellern ab und es bleibt zu hoffen, dass dieses in der nächsten Produktion zur Gänze zum Vorschein kommt.

Premiere: 17.3.2011 – Dschungel Wien – Theater Foxfire

Regie, Choreografie und Konzept: Corinne Eckenstein; Choreografie, Coach: Giordana Pasccuci; Dramaturgie, Assistenz: Anna Sonntag; Bühne: Andreas Pamperl; Kostüme: Ulli Nö; Licht: Severin Mahrer, DSCHUNGEL WIEN; Choreografie, Tänzer_innen: Christophe Dumalin, Apollo Pamperl, Gabriel Scheib, Yap Sun Sun

Von paul

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