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Buchstabensuppe /// von Flo Staffelmayr /// Theo – TheaterOrt für junges Publikum Perchtoldsdorf /// 4+ /// Theresa Luise Gindlstrasser ///

Ein Supermarkt. Das Regal dreht sich und dreht sich und zeigt Klopapierrollen, eine Salatbar, die Saftabteilung, jede Menge Pakete. Im Theo in Perchtoldsdorf inszeniert Flo Staffelmayr die „Buchstabensuppe“ als Kriminal-Komödie. Die Buchstabensuppe, das ist Viktor Kautsch im Buchstabenpullover mit raschelnden Suppenpackerln in den Ärmeln, klaut Buchstaben aus dem Supermarkt weg. Ihr fehlt nämlich ein K und ein G, fehlt beides zum Beispiel fürs „Glück“. Rasant prasseln die Wort- und Buchstabenwitze auf die simple Geschichte drauf. Verhelfen dieser zum abgeschmeckt-feinen Theatererlebnis.

Textlich wird sich die gesamte Raffinesse der Buchstabenverdrehereien wohl erst weit über 4 Jahren erschließen, optisch aber macht die Sache sowieso großes Tohuwabohu. Karoline Gans spielt die „Kassa“, deren „K“ übrigens gestohlen wird, mit verschrobenem Eifer. Pedantisch bis in den kleinsten Fingerzeig hinein, wacht sie über die Ordnung im Supermarkt. Als exquisiter Salathäupl zeigt sie sich mit scheuer Eitelkeit. Singt die operettenhaften Einlage mit ironischer Grandezza. Außerdem im Supermarkt unterwegs ist Kassandra, das ist Raffaela Gras als Nachwuchs-Detektivin. Der Einkaufswagen, das Kassaförderband, alles wird zum Anlass für Turnereien. Wer allerdings die Wolken vom Himmel gestohlen hat, darüber schweigt sich die „Buchstabensuppe“ aus. Die Buchstabensuppe selbst jedenfalls, tat diesen Diebstahl nicht.

Text und Regie: Flo Staffelmayr | Schauspiel: Karoline Gans, Raffaela Gras, Victor Kautsch