Drei Pinguine fürchten sich vor Gott.

An der Arche um acht /// Burgtheater Kasino /// 6+ /// Clara Gallistl

Drei Pinguine fürchten sich vorm lieben Gott. Ein theologie-pädagogischer Klassiker erklärt am Burgtheater Wien seinem jungen Publikum göttliche Hierarchie, die Abnormalität multi-ethnischer Liebesbeziehungen und den Unterschied zwischen Gut und Böse.

“An der Arche um acht” von Ulrich Hub erzählt von drei namenlosen Pinguinen und ihrer Reise auf der Arche Noah. Das Stück stellt entschieden “Gott” als alttestamentarischen, strafenden Herrscher vor. Man erfährt aus der Diskussion der Pinguine und aus dem Mund der Taube, die eine Mittlerinnenposition zwischen den einfachen Passagieren der Arche und dem unerkannt bleibenden Noah einnimmt, dass Gott männlich ist, alles sieht, böse Pinguine in die Hölle und der Welt die schreckliche Sintflut schickt, weil er mit dem Verhalten von Mensch und Tier unzufrieden ist. Ist es diese gestrige Weltbild, das 2018 jungem Publikum vermittelt werden soll?

In Julia Burgers technisch beeindruckender Inszenierung wird kritisches Aufbegehren gegen autoritäre Pastoralmacht zum Schlachtfeld überzeichneter Slapstick-Einlagen. Als sich die Pinguine über ihre schlechte Unterbringung beschweren und Informationen zur Zwangs-Reise fordern, werden sie von der weißen Taube streng diszipliniert. Knapp vor Schluss dann die vorgeblich liberale Kehrtwende: Vor regenbogen-farbenem Hintergrund lernen die zwei jüngeren Pinguine noch schnell Mülltrennung, während die vermutete Liebesbeziehung zwischen Taube und altem Pinguin Gegenstand einer Lachnummer wird. Wie sollen zwei unterschiedliche Tiere auch erfolgreich ineinander verliebt sein.

Produktion des Burgtheater Wien. Premiere: 2. Dezember 2017.

Regie: Julia Burger; Bühne: Claudia Vallant; Kostüme: Sabine Ebner; Musik: Bernhard Moshammer; Licht: Norbert Gottwald; Dramaturgie: Franzsika Eisele. Mit: Hans Dieter Knebel, Christina Cervenka, Marta Kizyma, Brigitta Furgler und Bernhard Moshammer.