Ich habe das Gefühl, was Besonderes zu sein /// von Wiener Klassenzimmertheater on stage /// Dschungel /// 12+ /// Theresa Luise Gindlstrasser ///

Einer tritt auf. Trägt rosaroten Regenponcho. Hält eine Packung Klopapierrollen in der Hand und hängt einen Strauß Luftballone an die Decke. Thomas Weilharter, der Performer, hat gemeinsam mit Regisseurin Dana Csapo das Konzept für „Ich habe das Gefühl, was Besonderes zu sein“ entwickelt. Das Klassenzimmer-Stück ist derzeit noch bis 21. März im Dschungel Wien zu sehen.

Es geht um Peinlichkeit. Stichwort: „Von einem, der auszog, die Peinlichkeit zu lernen“. Weilharter stellt sich selbst aus als einen, der ohne viel Showmaster-Attitüde einen Bühnenauftritt hinzulegen hat. Schließlich herrscht hier Anwesenheitspflicht. Für die Schüler und Schülerinnen, für die Begleitpersonen, für den Showmaster wider Willen. Mit seiner betont unterspannten Haltung wickelt Weilharter das Publikum um den Finger. Das eigene Peinlich-Berührt-Sein verpufft in Anbetracht eines so „peinlich“ agierenden Performers. Kurzweilig komische 50 Minuten lang spricht er über Scham, übers Aushalten, übers Drüberstehen. Reagiert charmant auf Einwürfe aus dem Publikum und lädt, wer traut sich?, zu sich auf die Bühne ein. Wenige Bühnen-Accessoires (ein Wasserkocher, ein Richard Lugner Foto) und einige Musik-Nummern (zum Beispiel Justin Bieber) lösen den Performer-Publikums-Dialog in spielerische Bühnenhandlungen auf. Und die Pointe der Geschichte: Wer diese peinliche Veranstaltung übersteht, dem wird nichts mehr peinlich sein.

Regie: Dana Csapo | Konzept: Dana Csapo, Thomas Weilharter | Spiel: Thomas Weilharter