Sa. Mai 18th, 2024
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Body Parkour (c) peter hapak

„Body Parkour in Concert“ (Cie. Two in One) ///

Baugerüst der Atonalität /// Tomáš Mikeska ///

Die diesjährige Fortsetzung der erfolgreichen Vorstellung von Àkos Hargitay – “Freerunning & Bodyparkour“ (2009) – ist auch diesmal bemüht den modernen Tanz und seine Tänzer an ihre Grenzen zu bringen. In Verbindung von contact improvisation, “open choreography“, globaler Tanzformen wie Breakdance und Hip Hop, simultaner Bewegungsabläufe und selbstverständlich dem Namensgebenden Parkour wollen die Theatermacher nun ihr Experiment weiter führen und beweisen, dass „alles Musik ist“. An diesem Punkt scheitert jedoch die gesamte Aufführung. Nur bereits Bestauntes ist zu sehen und vermag nicht zu fesseln.

Die unorganisierte Sammlung und Aneinaderreihung von Tonaufnahmen die vor beziehungsweise während der Aufführung aufgenommen und auch abgespielt werden, stellt keine Verbindung zu dem körperlichen Rhythmus und Geschehen auf der Bühne dar. So findet keine Vereinigung der Geräuschkulisse mit den Körpern der Tänzer und ein Aufbau von Klangstrukturen wird durchgehend vermisst, gar wenn sie mit einem eisernen Gerüst über Luftpolsterfolien fahren oder dieses für ihre Parkour-Performance nutzen. Unkonzipiert, gar unmotiviert wirkt die Aufführung, die sich durch immer wieder kehrende Elemente und eine bruchstückhafte Dramaturgie auszeichnet. Zwar werden die verschiedensten Einflüsse und Tanzbereiche in das Bodyparkour-Konzept integriert, finden jedoch ohne Fluss leider keinen Zusammenschluss.

Ein atonales Konzert für “Barrockliebhaber“, eine enttäuschende Vorstellung für Fans des vielsprechenden Ensembles unter der Leitung von À. Hargitay. In diesem Sinne: Ein Ausrutscher ist kein Hindernis, springt drüber.

 Premiere: 17.5.2010 – Dschungel Wien

Choreografie/Konzept/Künstlerische Leitung:  Àkos Hargitay; Dramaturgische Assistenz: Michaela Hargitay; Produktionsleitung: Claudia Mayer; Darsteller_innen: Karla Zimmerman, Thales Weilinger, Katalin Kovacs, Roland Schafek, Alexandros Charos, Bernhard Mann

 

Von paul

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