Print Friendly, PDF & Email

sommer(nachts)traum_2-(c)-theresa-rautner

„Sommer(nachts)traum“ (Zeppelin Weltraum Clique) ///

Ohne Spannung in die Sommernacht geträumt /// Sara Schausberger ///

„Sommer(nachts)traum“ – ein Schauspiel mit Bewegung und Tanz der Gruppe Zeppelin Weltraum Clique

Mit musikalischer Unterlegung, Gesang, Tanz und zweizeiligen Reimpaaren zeigt die Gruppe Zeppelin Weltraum Clique Shakespeares „Sommer(nachts)traum“, in einer für Kindergartenkinder geeigneten Neufassung. Viel mehr ist es leider auch nicht. Die Geschichte kennt man. Hermia und Helena sind in Demetrius und Lysander, dargestellt von zwei Puppen, verliebt, aber Hermias Vater hält von den beiden Lausbuben nichts. Den beiden Mädchen bleibt nur die Flucht in den Zauberwald, in dem der kleine Kobold Puck (Gloria Dürnberger), der Elfenkönig Oberon und seine Frau Titania leben. Und hier beginnt das altbekannte Verwirrspiel. Reinhold Stumpfs Text, der an Shakespeares Komödie angelehnt ist, bleibt oberflächlich und simpel, die Witze und Liedtexte, wie „Tri tra trallala/ Esel sein ist wunderbar. Tri tra trallala/Ich bin der neue Superstar“, sind unoriginell und regen nur wenig zum Lachen an. Die Tanzeinlagen wiederholen sich und variieren zwischen Ballettübungen und Herumgehüpfe.

Einzig und allein das Bühnenbild von Nora Pierer ist spannend an Yvonne Zahns Sommernachtstraum-Inszenierung. Der Boden, auf dem gespielt wird, ist eine orange-rote Plattform, die aus verschiebbaren Einzelteilen besteht, die beliebig verschoben und neu zusammengesetzt werden können. Ganz hinten auf der Bühne steht ein von allen Seiten begehbarer Kasten mit vielen Türen und Laden – die hellgelbe Farbe verweist auf das Kinderzimmer, in dem das Stück beginnt. Der Schrank dient außerdem als Projektionsfläche und wird für Hermia und Helena zum Zauberwald, in dem die Vögel zwitschern und Bäume rauschen. In diesem Wald wird gestritten, gezaubert und entzaubert. Als Demetrius und Lysander um Helena streiten, werden „lustige“ Schimpfwort-Kreationen hin- und hergerufen, bis zum Schluss alles wieder so ist, wie es sein soll, die richtigen ineinander verliebt sind und das alles womöglich nur ein Traum der beiden Mädchen im Kinderzimmer war.

weitere Kritiken:

 Was geht in diesem Wald nur vor? /// Reinhard Strobl

Sommer(nachts)traum /// Sarah Wimmer

Premiere: 27.10.2010 – Dschungel Wien Zeppelin Weltraum Clique

Regie: Yvonne Zahn; Buch: Reinhold Stumpf nach William Shakespeare; Musik: Wolfgang Köck; Bühne: Nora Pierer; Video, Projektion: Gregor Grkinic; Kostüm: Elke Tscheliesnig; Illustrationen: Barbara Breen; Regieassistenz: Barbara Dauer, Marie-Christine Grossegger; Produktion: Alexandra Hutter; Darsteller_innen: Gloria Dürnberger, Manuela Nedelko, Victoria Nurek, Manuel Leeb