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 “Um die Ecke” (Dschungel Wien) ///

Hinter dieser Ecke gibt es was zu entdecken /// Reinhard Strobl ///

Bernhard Studlars Theaterstück “Um die Ecke” wird im Dschungel Wien inszeniert

Die Bühne wird beherrscht von einem überdimensionierten Steckwürfel (Ausstattung: Agnes Burghardt) und folgerichtig stellen die beiden Performer auch ein rotes Prisma (Franziska Adensamer) und eine blaue Kugel (Roman Blumenschein) dar. Beim gemeinsamen Verstecken Spielen stellt sich für die beiden bald heraus, dass die ansonsten leere Bühne nicht wirklich viele Möglichkeiten bietet um selbiges zu tun, weshalb auf einmal die titelgebende Ecke oder genauer gesagt, das dahinter liegende interessant wird. Es ist der Beginn einer Reise die so schnell nicht enden wird, da der eingangs beschriebene Würfel mehr als genug Ecken und Kanten hat, sodass es also mehr als genug zu entdecken gibt. Die Reise beginnt jedoch etwas zögerlich, da sich die beiden eher ungern auf unbekanntes Terrain begeben, weshalb noch schnell ein aus dem Schuh entfernt, die Zähne geputzt und etwas gegessen werden muss. Irgendwann ist es aber dann so weit und nachdem sie erfolgreich der Ameise ausgewichen sind, kommen die beiden so unter anderem ans Meer oder betrachten den Sternenhimmel.

Konzipiert für Kinder ab zwei Jahren wird recht schnell deutlich, dass im Vergleich zu anderen Produktionen für diese Altersstufe verhältnismäßig viel Text gesprochen wird, die Sprache, wenn auch einfach gehalten, ganz klar im Vordergrund steht, während Musik und Licht eher dazu dienen, das Gesagte zu unterstützen. Ob die jüngsten Besucher nun alle Feinheiten des Texts verstehen, ist insofern zweitrangig, als von Regisseur Michael Pöllmann ausreichend Augenmerk auf die kindgerechte Darstellung gelegt wird, ohne dass diese aber in reine Clownerie ausartet.

Eine sehr gelungene Produktion, deren ambitioniertes Ziel, auch den kleinsten Besuchern keines der klassischen Theaterelemente vorzuhalten, hoffentlich auch in anderen Produktionen Früchte tragen wird.

Premiere: 12.12.2011 – Dschungel Wien

Autor: Bernhard Studlar; Regie: Michael Pöllmann; Ausstattung: Agnes Burghardt; Musik: Wendi Gessner; Dramaturgie: Julia Perschon; Darsteller_innen: Roman Blumenschein, Franziska Adensamer