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“Raumschiff Erde” (toxic dreams & Dschungel Wien)

Aufruf zu Rettung der Welt /// Sara Schausberger ///

Schokolade tut der Umwelt nicht gut, weil die Kakaobohnen einen weiten Weg zurücklegen, bevor sie uns zu kommen. Auch Fleisch ist nicht so super für unseren Planeten und Fische gibt es nur noch wenige. Die wilden Tierarten werden bald aussterben, wenn wir uns nicht darum kümmern und überhaupt: Man muss sich Sorgen machen um die Welt.

Eingangs, noch bevor die lebende Installation „Raumschiff Erde“ richtig losgeht, wird im Foyer den Zusehern – Kinder und Erwachsene gleichberechtigt in Helm und weißem Forschermantel – die Frage gestellt: „Worauf kannst du einmal in der Woche verzichten?“, Einen Tag in der Woche nicht fernsehen, einen Monat lang kein Fastfood essen, nur Leitungswasser trinken, … Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Welt zu retten. Die Theatermacher versuchen mit Hilfe des Publikums den hohen Energieverbrauch der Produktion auszugleichen.

Was für eine Welt ist das nun aber eigentlich, in der wir leben?

Die Gruppe toxic dreams hat sich der Frage angenommen und startet mit „Raumschiff Erde“ den Versuch eines Aufrufs zur Rettung der Welt. Hübsch gemacht ist das. Die Bühne besteht aus einer riesigen Weltkarte am Boden. Das Publikum springt und geht nach Handlungsanweisungen darauf herum, angelt Fische, sieht den Energieverbrauch der verschiedenen Kontinente, der anhand von projizierten Glühbirnen veranschaulicht wird, sieht wo wie viel gegessen wird, wirft sich Globen zu und ist ständig am Tun. Dazwischen werden über Video oder aus dem Off Sachen über Wetter und Klima, Überbevölkerung und Erderwärmung erzählt.

Zum Schluss geht die Welt fast unter. Es wird dunkel und kalt im Theatersaal, windig und feucht. Rettungsboote stehen bereit, es donnert und blitzt, unheimlich wird es auf der Erde im Dschungel Wien. Ja, man muss sich Sorgen machen um unsere Welt.

Die lebende Installation „Raumschiff Erde“ von Yosi Wanunu und Michael Strohmann evoziert gute Stimmungen, aber sie überlädt auch mit Informationen und Handlungsanweisungen. Es bleibt kein Moment zum Innehalten für erst „wenn du die Welt gerettet hast, kannst du zu träumen anfangen“.

Weiter Kritiken: Kein Müll, kein Abfall, kein verdorbenes Essen oder schmutziges Wasser /// Reinhard Strobl

 

Premiere: 26.3.2012 –  Dschungel Wientoxic dreams

Konzept, künstlerische Leitung: Yosi Wanunu, Michael Strohmann; Weltkarte: Mayasari Feradina Zoesmar, Wolfgang Stückler; Video, Sound: Michael Strohmann, Martin Michl; Produktion: Kornelia Kilga; Sprecher_innen: Anna Mendelssohn, Jutta Schwarz, Elisabeth Prohaska, Jonas Ferdinand Kilga, Peter Stamer